Erläuterung zu Problemen mit Schutzschaltern, FI-Schutzschaltern und anderen häufigen Ursachen

Ein plötzlicher Stromausfall in Ihrem Zuhause, Ihrem Büro oder Ihrer Produktionsstätte wird zwar oft als technischer Defekt wahrgenommen, ist jedoch in Wirklichkeit ein Beweis dafür, dass die Sicherheitsvorrichtungen in Ihrem Schaltschrank ihre Aufgabe erfolgreich erfüllt haben. Leistungsschalter und FI-Schutzschalter sind wichtige technische Komponenten, die zum Schutz von Leben und Eigentum entwickelt wurden.

Zu verstehen, warum diese Geräte – die in der internationalen Fachliteratur als GFCI (Ground Fault Circuit Interrupter) bezeichnet werden und in unserem Land als Fehlerstromschutzschalter (KAKR) bekannt sind – sowie herkömmliche Leistungsschalter ständig Probleme verursachen, ist für die Sicherheit Ihrer Infrastruktur von entscheidender Bedeutung.

Warum lösen Schutzschalter (automatische Sicherungen) aus?

Ein Standard-Leistungsschalter (MCB – Miniatur-Leistungsschalter) dient im Wesentlichen dazu, die Kabel in Ihrer Elektroinstallation vor einem Brand zu schützen. Die Hauptursachen dafür, dass ein Leistungsschalter ständig auslöst, sind folgende:

  • Überlastung (Overload): Dies tritt auf, wenn an eine Stromleitung ein Gerät angeschlossen wird, dessen Leistungsaufnahme die Belastbarkeit des Kabels übersteigt. Wenn beispielsweise ein leistungsstarker Industrieheizkörper und ein Wasserkocher gleichzeitig an dieselbe Steckdose angeschlossen werden, beginnt sich das Kabel übermäßig zu erhitzen. Der Schutzschalter erkennt diese thermische Belastung und unterbricht die Stromzufuhr, um einen Brand zu verhindern.

  • Kurzschluss (Short Circuit): Dies ist der Fall, wenn die Isolierungen der Phase- und Neutralleiter beschädigt sind und direkt miteinander in Kontakt kommen. Der Strom fließt dann nicht seinen normalen Weg, sondern strömt in einen Bereich ohne Widerstand. Dies führt zu einem enormen Stromstoß in der Anlage, woraufhin der Leistungsschalter das System innerhalb von Sekundenbruchteilen elektromagnetisch abschaltet.

Was ist ein GFCI (Fehlerstromschutzschalter) und warum löst er aus?

Während Leistungsschalter Kabel und Geräte schützen, ist der FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) direkt zum Schutz von Menschenleben konzipiert. Er misst die Differenz zwischen dem in das System eintretenden und dem aus dem System austretenden Strom (in der Regel einen sehr geringen Wert von etwa 30 mA). Häufige Ursachen dafür, dass ein FI-Schutzschalter ständig auslöst, sind:

  • Erdschluss (Ground Fault): Dabei handelt es sich um das Eindringen von elektrischem Strom von einem Kabel des Geräts, dessen Isolierung beschädigt ist, in das Metallgehäuse des Geräts oder ins Wasser. Wenn der Strom, anstatt über den Neutralleiter zurückzufließen, einen anderen Weg findet (z. B. den Körper einer Person, die das Gerät berührt), erkennt der FI-Schutzschalter diesen Fehlerstrom sofort und unterbricht den Strom innerhalb von Millisekunden, um tödliche Stromschläge zu verhindern.

  • Feuchtigkeit und Kontakt mit Wasser: Insbesondere Wasser, das in Steckdosen und Beleuchtungskörpern im Bad, in der Küche oder im Außenbereich eindringt, führt durch die Entstehung von Leitfähigkeit zu Mikro-Stromlecks im System. Der Fehlerstromschutzschalter erkennt diesen Zustand und schaltet den Stromkreis ab.

  • Defekte Geräte: Haushaltsgeräte und Industriemaschinen, bei denen der interne Motor oder der Heizwiderstand geschmolzen ist oder die Isolierung verschlissen ist, lösen den Fehlerstromschutzschalter aus, sobald sie an die Steckdose angeschlossen werden.

Weitere häufige und "versteckte" Ursachen

Das Problem liegt nicht immer an den Geräten oder einem offensichtlichen Kurzschluss. Manchmal geht von der Infrastruktur selbst eine Gefahr aus:

  • Lose Verbindungen und Lichtbogenfehler: Wenn sich die Klemmenverbindungen an Steckdosen oder Schalttafeln mit der Zeit lockern, kommt es zu Lichtbogenbildung. Dies führt zu einem anhaltenden Zischen und einer lokalen Erwärmung, wodurch die Schutzschalter thermisch auslösen.

  • Veraltete Infrastruktur und verschlissene Schalter: Auch Leistungsschalter, bei denen es sich um mechanische Geräte handelt, haben eine bestimmte Lebensdauer. Schalter, die bereits 15 bis 20 Jahre im Einsatz sind, in feuchten Umgebungen betrieben wurden oder wiederholt Kurzschlüssen ausgesetzt waren, können ihre Präzision verlieren und selbst bei normalen Stromstärken “falsche Auslösungen” (nuisance tripping) verursachen.

Ein entscheidender Fehler, den Sie niemals begehen sollten

Einer der tödlichsten Fehler, denen wir in der Türkei begegnen, ist das Ausschalten oder Deaktivieren eines ständig auslösenden FI-Schutzschalters (Fehlerstromschutzschalter). Dies bedeutet nicht, dass das Problem des Fehlerstroms im System behoben ist, sondern lediglich, dass der Alarm stummgeschaltet wurde und die erste Person, die die Geräte berührt, direkt einen Stromschlag erleidet.

Mit Öznet Elektrik: Normkonforme, sichere Infrastrukturen

Ein ständig auslösender Leistungsschalter oder Fehlerstromschutzschalter ist nicht nur eine lästige Stromunterbrechung, sondern ein “Notfall”, der einen professionellen Einsatz erfordert.

Als Öznet Elektrik lokalisieren wir mithilfe unserer thermografischen Schalttafelanalysen, unserer Isolationsprüfgeräte und unseres Teams aus erfahrenen Ingenieuren die Ursache des Problems (ob es nun vom Gerät, der Installation oder der Schalttafel ausgeht) punktgenau. Sie können sich gerne an uns wenden, um die Energieinfrastruktur Ihrer gewerblichen und industriellen Anlagen gemäß den EN- und TSE-Normen sicher und unterbrechungsfrei zu gestalten.

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